Mittwoch, 18. Juli 2012

Über den Sund.

Da ich es nicht fertig bringe, mir eine Regelmäßigkeit anzugewöhnen und es in letzter Zeit einfach nichts mehr von mir zu hören gab, und sich das wohl nicht ändern wird, überspringen wir einfach mal die Entschuldigung dafür.

Ob die Beitragsebbe an mangelnder Motivation oder Kreativität liegt, weiß ich gar nicht. Um ein altes Symbol aus diesem Blog mal wieder aufzugreifen. Es ist als ob man gegen dieses Weiß kämpft. Und ich verliere. Und bevor ich versuche krampfhaft Themen aufzugreifen und eine Meinung darüber ins Netz zu schießen, die nicht mehr als 6 Leute interessiert, lasse ich es am Besten gleich.

Ein Dankeschön an die regelmäßigen Leser und insbesondere an Prinzessin Valium für anregende Kommentare. Und natürlich an Anna, ohne sie hätte es little red writing log gar nicht erst gegeben.

Ich richte noch irgendwie irgendetwas ein, worüber man mich nachträglich erreichen kann. Warum auch immer jemand auf diese Idee kommen sollte.

Book closed.


Sheep Wolf

Freitag, 22. Juni 2012

Ich schmeiß auf die Bullen Steine.

Die Zukunft ist so ungewiss. Ich weiß inzwischen nicht mehr, wo oben oder unten ist.

Meine berufliche Orientierung könnte nicht bunter sein, zwischen Philosophie, Politik, Synchronisation und Polizei. Wenn ich könnte, würde ich natürlich alles gern machen, weil ich auch gern zusätzlich Superheld, Zauberer und Assassine sein würde. Aber wenn man sich über so eine Bewerbung lehnt und sich dann überlegt, "das könnte mein Leben sein, vielleicht drei Jahre, vielleicht immer", dann läuft einem ein Schauer über den Rücken.

Ich weiß, dass ich ein Studium kaum bereuen kann, aber der Weg zur Polizeihochschule könnte ebenso gut der Weg zum Schafott sein. Jedenfalls fühlt sich das so an. Wenn man erst einmal Polizist ist, dann ist man Polizist. Sicherlich riecht man dann auch nach drei Jahren Hochschule schon wie einer.
Der Knackpunkt an meinen Zweifeln ist wohl tatsächlich, dass ich mich frage, ob ich wirklich Polizist sein will. Man kann mir vorwerfen, dass ich das nur sein will, weil ich gerne Krimis lese und Kurt Wallander liebe. Aber dann müsste man mir gleichzeitig vorwerfen, dass ich der dümmste Mensch der Welt bin. Klar ist die Reihe spannend, aber sich freiwillig auszusuchen, die brutalsten Gewalttaten aufklären zu müssen, nein danke.  Wobei ich das Alkoholproblem gleich klischeehaft in den Beruf mitnehme. Wenn ich diesen Lebensweg wählen sollte, freue ich mich keineswegs auf Leichen junger und alter Menschen, oder auf die Jagd nach Vergewaltigern und Kinderschändern.
Meine Motivation Polizist werden zu wollen, führt mich zwar in die "Kriminalabteilung", aber mit Freude verbunden ist das nicht. Wohl bloß das innere Gefühl "das ist nicht richtig und irgendjemand muss für Gerechtigkeit sorgen." Man erweckt zwar niemanden wieder zum Leben, aber im Rahmen unseres Grundgesetzes sorgt man wenigstens für eine gewisse Ordnung. Schlimmer wäre es eben, wenn ein Täter ungeschont davon kommt. Was mich zur Überschrift bringt.

Ich höre immer öfter "Werd bitte kein Bulle" oder "Du willst Polizist werden? Oh Mann." Ich könnte, pardon my french, so kotzen, wenn ich das höre... Wenn man das Wort Polizei hört, denkt man zunächst an unsere Schutzpolizei. Die Streifen und die Jungs und Mädels, die in den Städten aufpassen, dass nichts passiert. Vor allem bei Demos. Wobei ich sagen muss, deutsche Polizistinnen, rawr. Gut, man denkt also an die Schutzpolizei. Linke schmeißen gern Steine auf Demos, oder werfen Schutzpolizisten vor, gerne auf Unschuldige einzuschlagen. Als wären wir in den USA und es wäre jemals so etwas schlimmes vorgekommen. Kanaken (was das angeht, muss ich mich in Zukunft ausführlicher erklären, das hat wenig mit Rassismus zutun, zumal ich selbst Ausländer bin), schimpfen auf die Polizei, da die Bullenschweine sie in ihren "Tätigkeiten" einschränken. Es ist schließlich nicht schlimm, jeden passierenden Menschen zu beschimpfen und im Falle einer Reaktion eine Prügelei zu beginnen. Verzweifelte Menschen verfluchen die Polizei, da sie ihnen nicht helfen kann.
Das kann ich verstehen. Bei mir zuhause wurde oft die Polizei gerufen. Aber egal wer an der Reihe damit war, den Hausfrieden zu stören, mein Bruder oder mein Dad, die Polizei kann nicht mehr machen, als jemanden für einen halben oder ganzen Tag zu verbannen. Und deshalb kann ich mir nicht vorstellen, dass es in chaotischeren Familien anders zugeht. Wenn die Polizei etwas machen könnte, hätten wir ein schlimmeres Problem, weil dann hieße es, die Polizei ist böse, sie setzt einen auf die Straße.

Wenn zuhause eine chaotische Situation herrscht, sollte man präventiv Wege suchen, einen Extremzustand zu vermeiden und nicht erst die Polizei rufen, wenn der Vater mit einem Messer vor der Mutter steht, und sich dann wundern, dass die Polizei den Vater nicht von zuhause auf ewig verbannt.

Andere Kritik an der Polizei, auch an der Kripo, ist die angeblich so arrogante Art. Diese Kritik stammt von einer ehemaligen Mitschülerin von mir. Ich weiß nicht, ob sie schlechte Erfahrungen gemacht hat, aber selbst dann lehnt man sich weit aus dem Fenster, wenn man pauschal behauptet, alle Polizisten wären arrogant und nutzten ihre "Macht" aus. Mir fällt beim besten Willen nicht ein, inwiefern das möglich ist. Das ist genau so eine stupide Aussage wie "alle Lehrer sind scheiße". Alle.
Auf die Korruptionsvorwürfe möchte ich an dieser Stelle gar nicht eingehen. Es gibt nämlich keine Branche, in der es das nicht gibt.

Jedenfalls fragen sich all diese Leute nicht, was wäre, wenn die Polizei streiken würde. Wenn sie von einem Tag auf den anderen aufhören würde, zu existieren.
Auf einem schlauen Facebookbildchen a la 9gag, sah ich den Spruch "Suggesting People can't live without government is like saying animals couldn't survive without farms." Das ist, meiner Meinung nach, eine äußerst ungesunde Weltanschauung.
Was passiert denn, wenn es keine Regeln gibt und kein "Personal", das das Brechen der Regeln sühnt?  Chaos. Breivik³.
Vor allem muss man gerade in unserem Land stolz auf die Polizeiarbeit sein. Deutschland ist doch sonst stolz auf alle seine Leistungen (was ich sehr gut finde). Wir sind Weltmeister der Herzen, wir sind Pabst (haha), wir sind Deutschland, der beste WM-Gastgeber, den man sich wünschen kann, der Euro-Retter. Wir haben den kanadischen Kannibalen geschnappt. Neben all der Kritik an den Ermittlungen zu den Nazi-Morden, neben der Kritik an der Ermittlungsarbeit im Falle des missbrauchten Mädchens, dass tot in einem Parkhaus gefunden wurde, muss man bedenken, dass die Kriminalpolizei ansonsten im ganzen Land hervorragende Ergebnisse erzielt. Fehler können in jeder Ermittlung passieren. Eine Ermittlung kann komplett an die Wand gefahren werden. Aber sobald die Presse landesweit für Wirbel sorgt, ist alle einwandfreie Arbeit für die Katz gewesen.So funktioniert es eben in Deutschland. Unsere Kanzlerin ist eine Galionsfigur für unser Land. Nach einem Fehler hasst das Volk wieder "die Merkel", "das Ferkel". Die meisten von uns sind eben Fähnchen im Wind.

Aber ich werde unsere Polizei nach wie vor verteidigen. Und eigentlich treibt mich die Abneigung gegenüber Polizisten eher in die Richtung wirklich Polizist zu werden. Teil einer noblen Arbeit zu sein. Denn irgendjemand muss es ja machen. Und wenn man es macht, muss man es gut machen.
Auf unsere Polizei, Cheers!

Wenn ich dem nur gewachsen wäre, dann wär die Bewerbung wahrscheinlich schon raus. Aber leider liegen sie alle noch hier. Ich wünsche allen ein stressbefreites, schönes, Wochenende.


Sheep Wolf

Sonntag, 17. Juni 2012

Schwermut kommt vor dem Fall.

Macht ziemlich Sinn.

Ich weiß mal wieder nicht was los ist. Aber es scheint, als hätte mich das Sommerloch erreicht, bevor es so wirklich da ist. In den ach so tollen Abiball, den man nur einmal im Leben hat, hatte ich ohnehin keine große Hoffnung. Was soll so ein Event schon bringen? Danke, dass ich um eine Kommastelle schlechter bin als der Durchschnitt.
Der Höhepunkt des Abends war, dass ich meine beste Freundin bejubeln konnte, für ihre schulische Leistung. Hätten wir lediglich das gefeiert, hätte ich sicherlich auch eine bessere Laune gehabt. Aber irgendwie schlich zwischen all den schönen Kleidern das alte Gefühl, das ich immer bekomme, wenn viele Menschen um mich herum sind. Spätestens bei der so genannten Aftershowfeier war es um mich geschehen. Wirklich nur ungehobeltes Fußvolk und Untermenschen. Und dann natürlich der langerwartete Satz: "Sonst bist du viel lockerer drauf, trink mal was!" Yay. Gut von einem guten Kumpel von mir übersetzt, mit: "Hey, eigentlich mag ich dich nur, wenn du besoffen bist." Vielen Dank dafür.
Ich weiß, dass ich nicht sehr erträglich bin, wenn ich nicht grade den Roboter tanze und moonwalke, aber das musste nun wirklich nicht sein.

Und dann hat man natürlich Leute "von früher gesehen", wie sie den Spaß ihres Lebens haben und man fragt sich selbst bloß, wie sie das fertig bringen. Ächz.. Aber gut! Wegen so einem Abiball soll man sich ja nicht gleich schlecht fühlen, so beschissen er auch gewesen sein mag. Aber sonst ist es auch nicht besser. Guter Dinge, vertiefe ich mich im nächsten Wallander und breche fast in Tränen aus, weil sie diesmal wirklich jemanden unerwartet sterben lassen, der niemals hätte sterben dürfen.
Ich weiß, es ist albern, aber wenn man beginnt, sich nur noch zwischen den Seiten eines Romans gut zu fühlen, wenn man so tief in einem Buch ist, dass man sich wirklich wünscht ein Teil davon zu sein, und nicht bloß ein Beobachter, dann fühlt es sich so an, als würde einem etwas weggenommen. Ich glaub jeder Literaturfreak, jeder Bücherwurm kann das nachvollziehen.
Ich hab mir wahrscheinlich auch eine zu düstere Reihe ausgesucht, um darin so etwas wie Trost oder eine Zuflucht zu finden. Mit jedem Band heißt es, "er hat noch nie etwas vergleichbar schlimmes gesehen".

So und nun hab ich mein Abitur und bewerbe mich für Ausbildungsplätze und schreibe mich an der Uni ein. Zusätzlich zu diesem Angebot, bekommen sie gratis eine große Ladung Freizeit, die sie gar nicht wollen. Ich erledige so viel Arbeit, wie mir auferlegt wird, aber das geht mittlerweile so schnell, dass ich noch viel Zeit übrig hab. Mein bester Freund ist jetzt für einen Monat in Indonesien und daraus resultiert, dass ich natürlich sonst auch nichts vorhabe. Viel mehr als sinnlos Sport treiben fällt mir dann auch nicht mehr in den Sinn.

Was ist da bloß los?


Sheep Wolf

Dienstag, 12. Juni 2012

Ist die Liebe nur der kürzeste Weg zum Glück.

Die letzten zwei Tage hab ich Francois Lelords 'Hectors Reise' ausgelesen.

Eigentlich habe ich es nur mitgenommen, da ich sonst nichts zum Lesen gehabt hätte. Allerdings entpuppte sich das Buch als philosophischer Leckerbissen. Es geht um einen französischen Psychiater, der unzufrieden darüber ist, dass er manchen seiner Patienten nicht helfen kann. Das sind zum Teil Leute mit richtigen Problemen, zum Teil aber auch unglückliche Leute, die kein richtiges Unglück erlebt haben, aber trotzdem unglücklich ist. Aus diesem Grund begibt er sich auf die Suche nach dem Glück. Er macht eine Reise, in Länder, in denen er das Glück annimmt und schreibt sich auf dem Weg Lektionen in sein Notizbuch. Auch wenn Hector ein Psychiater ist, ist die Frage "Was ist Glück?" eine typisch Philosophische.

Ich hab das Lesen richtig genossen und freue mich, die anderen Bücher über Hectors Reisen zu lesen, und ich kann Hectors Suche nach dem Glück nur weiterempfehlen. Ich will nämlich ein paar Sachen aufgreifen und hier weiter ausführen, ohne dabei Inhalte aus dem Buch vorweg zu nehmen.

Glück ist eine Sache, über die wir meist nachdenken, wenn wir es nicht finden. Ein glücklicher Mensch hielte es wohl für überflüssig, sich zu fragen was Glück ist. Die, bei denen Glück jedoch rar ist, begeben sich auf die Suche danach. Und im Endeffekt ist Glück bei jedem individuell definiert und ähnelt sich bloß in groben Zügen, aber doch gibt es ein paar Punkte  auf Hectors Liste die sich pauschal für alle abarbeiten lassen.

Glück kommt oft überraschend. 

Oft befindet man sich in einem Loch und stellt sich fragen, wie "Warum kommt das Glück nicht zu mir?" Man wird immer unglücklicher oder deprimierter, weil man nichts hat woran man sich festhalten kann. Weil es gerade einfach nicht läuft, man allein ist und seine Freunde braucht, die sich aus verschiedenen Gründen gerade rar machen. In so einer Situation bedenke man zuerst, dass es um glücklich zu sein Zutaten bedarf. Betrachten wir Glück als ein Gericht, so ist klar, dass jeder einen unterschiedlichen Geschmack hat, es sind fast immer die gleichen, oder ähnliche Zutaten enthalten, aber immer in verschiedenen Mengen. Wenn man sich also in so einem Loch befindet, dann hat man einfach Hunger. An dieser Stelle wird es subjektiv, denn ich bin der Meinung, dass das ausnahmslos für jeden gilt. Selbst für Menschen mit einer schweren Depression. Freude ist eine Emotion, eine Regung im Körper, die Glückshormone ausschüttet. Selbst wenn sich das Gehirn krankheitsbedingt schwer tut, diese Glückshormone auszuschütten, gibt es doch Dinge, die Freude aktivieren. Bei vielen Menschen sind sie bloß noch nicht gefunden, oder die Drüsen im Hirn sind dafür blockiert und es bedarf einer therapeutischen oder leider einer medikamentösen Behandlung.
Aber es soll vorkommen, dass bei Leuten sich der Schwermut löst, sobald etwas sehr großes und positives im Leben eintritt. Wenn ein trauriger Mann plötzlich Vater wird und einen Sinn im Leben erkennt, wenn eine Frau ein Land aufsucht, in dem die Menschen glücklich wirken und sie in dieses andere Leben mit hineinziehen, wenn ein Mensch in ein armes Land geht, um dort zu helfen und somit nicht nur für sein eigenes Glück sorgt.
Bei diesen Menschen, entdeckt sich das Rezept nach langer Zeit und der Hunger hoffentlich dauerhaft gestillt. Und oft, um wieder zum Beginn des Absatzes zu kommen, tritt dieses Glück überraschend in kraft.
Wir wussten gar nicht wo wir den nächsten Schritt hinsetzen und plötzlich zeichnet sich ein Lächeln auf unseren Lippen ab.

Das gilt nicht nur für solche einschneidenden Erlebnisse, sondern beispielsweise, wenn man eine lange Zeit "grundlos" unglücklich ist und plötzlich auf jemanden trifft, der einem das Gemüt erhellt. Oft berichten mir Leute, dass sie "noch nie so glücklich waren", nachdem sie sich in einen anderen Menschen verliebt haben. In der Liebe schüttet unser Gehirn eben eine gewaltige Menge an Glückshormonen aus. Oft genügt es nur seinen Partner anzusehen um wie eine Sonne zu strahlen. Und je intensiver oder romantischer ein Moment ist, desto krasser flackert es im Gehirn, wenn man das Ganze mit einer schlauen Maschine beobachtet. Sodass die Glücksausschüttung immer intensiver wird.
Das ist wahrscheinlich mit ein Grund, warum viele verzweifelt nach einem Partner suchen, oder aus einer Beziehung relativ schnell in eine Neue gehen. Für Manche also der kürzeste Weg zum Glück.

Aber wie es mit so manchem Gericht ist, dass man täglich serviert bekommt, schwindet der Gefallen daran. Liebe ist oftmals vergänglich. Gegenwärtig sagen Studien, dass die Verliebtheit im Schnitt drei Monate anhält, in guten Fällen ein Jahr. Das Gehirn schüttet aber immer weniger Glückshormone aus, bis nach vier Jahren "das Feuer aus ist". Weltweit lassen sich die meisten Paare auch nach vier Jahren scheiden.
Ja, ich weiß. Die einen oder anderen unter uns haben Eltern, die seit über 20 oder 30 Jahren zusammen sind und sich im besten Fall immer noch lieben. Nur muss man bedenken, dass Ehe nicht nur eine Sache ist, die aus Liebe resultiert, sondern auch durch Erziehung, durch das Beispiel der eigenen Eltern und der Gesellschaft. Man ist eben verheiratet und zieht die Kinder groß. Ich hab noch nie vier Jahre mit einem Menschen verbracht, um sagen zu können, dass es so ist, oder dass es eben nicht so ist. Aber ich kann mir auch gut vorstellen, dass nach zehn Jahren noch intensive Glücksausschüttungen stattfinden. Von Zeit zu Zeit.

Glück ist wenn man sich rundum lebendig fühlt.


Es ist ein ernstes Problem, wenn man sich nicht lebendig fühlt. Unglücklich zu sein ist manchmal wie tot zu sein. Jedenfalls denkt man manchmal, tief in einem Loch, das würde keinen Unterschied mehr machen. Aber abgesehen davon, wenn man seinem Leben gegenüber sehr neutral gestimmt ist und dann eine Situation erlebt, in der man denkt, man würde jetzt sterben. Ist das Gefühl danach ein Großartiges. Kommt das bei Leuten vor, hört man oft "seitdem weiß ich mein Leben erst wert zuschätzen." Man ist doch ganz glücklich darüber, dass man lebt und Dinge tun kann, die einem Spaß machen.
Deswegen suchen viele Leute so etwas wie einen Nervenkitzel. Wir wollen nicht in so bedrohliche Situationen wie eine Geiselnahme kommen. Aber wir wollen uns in Gefahr begeben, um zu spüren das wir Leben. Oder jedenfalls sollten wir das ab und zu. Aus diesem Bedarf, machten Leute nämlich ein Geschäft. In Freizeitparks bekommt man die täuschend echten Fleischersatz für dieses Rezept des Glücks. Auf einer Achterbahn bringt man sich in Gefahr, ohne sich großartig in Gefahr zu begeben. Die Schnelligkeit, der steile Fall, ab und zu ein Looping. Das alles gibt uns das Gefühl in Gefahr zu sein, aber es macht uns auch Spaß. Das Gehirn schaltet sehr schnell zwischen Angst und Freude hin und her und diese Schaltung scheint uns sehr zu stimulieren. Ich erinnere ich mich noch an die Angst, die ich bei meinen ersten Fahrten mit bestimmten Achterbahnen im Heidepark hatte. Aber trotzdem wollte ich sofort eine weitere Fahrt machen.
Ich bin der Meinung, es ist ganz gesund ab und an mal ein paar Achterbahnfahrten zu machen. Wenn man davor Angst hat, ist das ein kleines Problem, dem man sich vielleicht annehmen sollte.

Das wär es fürs erste.


Sheep Wolf

Mittwoch, 6. Juni 2012

Nichts verletzt so.

In dem alten Beitrag hier habe ich ja schon mal darüber geredet was für eine Wirkung Worte haben können.

Und besonders Negatives hat großen Einfluss auf jemanden und bleibt hängen. Ein Künstler, den ich sehr gern höre hat diesbezüglich ein Lied gemacht, dessen Text ich gerne abtippen möchte. Here it goes:

"Du bist dir deiner Waffe nicht bewusst,
denn sie hinterlässt kein Blut oder sichtbare Spur'n.


Sie ist immer geladen und zum Schießen bereit.
Das Magazin wird verteilt, bis die Stimmbänder reißen.

Und deine Zunge durchbohrt, jede Stichschutzweste,
ist nicht zu bremsen. Auch nicht durch zige Sätze.

Sie stinkt nach Konfrontation, es macht dich zufrieden.
Dein Mund beginnt zu zittern und mit Gift zu schießen.

Sag mir bitte, bitte, wie kann diese Wut in dir wachsen?
Das Feuer, das du spuckst, hat deine Zunge gespalten.

Ich will dich nicht mehr seh'n. Bin im Grunde nur ehrlich.
Ich muss mich schützen, denn dein Mund ist gefährlich.

Denn nichts verletzt so.
Nichts verletzt so - wie dein Mund.

Du bist dir deiner Taten nicht bewusst,
denn deine Opfer bleiben stumm, aus Angst vor deinem Mund.

Man sieht es ihn' nicht an, doch innerlich sind sie krank.
Bombardiert von deinen Wörtern, hör'n sie Stimmen in der Nacht.

Doch deine Waffe ist gefährlich. Genug um wen zu töten,
denn dein Mund kann wen vernichten und 'ne Stunde später trösten.

Doch du selbst denkst, die Welt wäre schlecht.
Die Welt refklektiert nur dein Verhalten, auf dich selbst.

Jeder meidet den Kontakt, aus Angst du würdest schießen.
Denn du streust denn Hass auf jeden, selbst auf alle, die dich lieben.

Und ich halt es nicht mehr aus, Liebe wird zu Hass.
Ich steche aus Liebe, meine Klinge in den Hals.

Nein, denn nichts verletzt so.
Nichts verletzt so - wie dein Mund."


Das Lied trifft auf so viele Menschen zu. Auf so viele Situationen. Zu wenige denken darüber nach, was Worte überhaupt anrichten können. Aber schon oft lag ich nachts wach, während ich darüber nachgedacht habe. Oft weil solche Menschen einem das Gefühl geben, man selbst wäre der Fehler. Und obwohl man etwas nur gut gemeint hat, erntet man kein wohltuendes Wort, sondern nur Verachtung.
Much like Christina Sagnier aus "Das Spiel des Engels" manchmal. Aber meine so unfassbar zahlreichen Leser wissen wahrscheinlich nicht, wer das ist. Hach, das Buch ist so gut.

Leider gibt es nur Live-Versionen von dem Lied im Netz, sonst würd ich es gern posten.

Aber gut.


Sheep Wolf

Kraft der Phantasie.

Das menschliche Gehirn ist so ziemlich das Beeindruckendste, das mir bekannt ist.

Je mehr man sich mit ihm befasst, desto faszinierender wird es. Das letzte Semester in Biologie, zum Thema Nervenzellen war Wissen, dass man mit Vergnügen in sich reinstopfen kann. Aber abgesehen davon, da dies zu Dingen gehört, die viele Menschen nicht so interessant finden, ist das Gehirn zu Dingen in der Lage, die wir uns paradoxer Weise kaum vorstellen können.

Allein in unseren Träumen, bekommen wir ein signifikantes Beispiel dafür. Wir erleben eine zweite Realität, die von Individuum zu Individuum komplett unterschiedlich und unzugänglich ist. Sie kann ganz normal sein, wie ein stinklangweiliger Tag. Sie kann aber auch völlig skurril und verdreht sein, wie Alice im Wunderland. Bei den meisten Menschen verhält es sich jedenfalls so, dass der Träumer nicht weiß, dass er sich in einem Traum befindet. Egal wie skurril der Traum ist, man hinterfragt die Realität nicht. Meine Mutter kann beispielsweise nicht sprechen, in ihren Träumen, sie benutzt nie Worte. Trotzdem empfindet sie die Traumereignisse immer als real.
Einige Leute sind in der Lage einen Klartraum zu haben, in dem sie sich frei bewegen und ihren Traum kontrollieren können. In etwa wie im Film "Inception". Eine Kunst die ich auch gern beherrschen würde. Vermutlich würde man so auch viel über sein Unterbewusstsein lernen können, das pausenlos arbeitet.

Und genau das ist es was ich heute anschneiden möchte. Das Unterbewusstsein ist ein komplexes und noch lange nicht entrümpeltes Terrain. Die Forschung weiß, dass es existiert. Sie kann es aber nicht berühren. Alles läuft über das Gehirn. Wir geben unseren Körperteilen Befehle, die diese dann ausführen. Für unsere Gedanken, führen wir meistens innere Monologe, in der wir bestenfalls mit unserer Stimme, uns selbst zuhören. Allerdings denken wir nicht detailliert daran, wenn wir unsere Hände bewegen. Der Befehl "Finger um das Glas legen und das Glas zum Mund führen, um zu trinken und zu schlucken" findet nicht sprachlich statt, sondern subtil im Unterbewusstsein. Wobei ich mir da nicht ganz sicher bin, aber jedenfalls sehr im Hintergrund in so etwas wie einer Lobby, des Unterbewusstseins.

Und damit verwandt ist etwas, was passiert, wenn wir uns etwas vorstellen. Lesen wir ein Buch, stellen wir uns vor, wie die Szene die wir lesen aussieht. Selbst wenn wir nur eine vage Beschreibung der Charaktere haben, haben wir eine genaue Vorstellung davon, wie die Figur aussieht, wie ihre Stimme sich wohl anhört. Wir bilden Details, die gar nicht gegeben sind. Trägt unsere Person einen Mantel, stellen wir uns dazu einen Farbton vor, Anzahl der Knöpfe. Natürlich nicht bewusst, aber wenn wir uns die Person im inneren Auge anschauen, dann sind diese Details da, sobald wir unseren Fokus darauf legen, ohne dass wir sie bestimmt haben.

Genau das Gleiche passiert wenn uns jemand etwas erzählt, dass wir uns vorstellen sollen. Eine schneebedeckte Parkbank, eine Achterbahn mit zwei Saltos, eine Straße, mit hohen Gebäuden. Wir haben Bilder vor Augen mit kleinen Details, die unser Unterbewusstsein für uns zusammenstellt.
Und in jedem Kopf sehen diese Abbildungen anders aus. Erzählt man einem Kunstkurs eine Geschichte, die der Kurs skizzieren soll, dann sieht jede Zeichnung anders aus.

Es ist so beeindruckend, ich wünschte ich könnte es wirklich verstehen, mehr Kontrolle darüber haben. Hach ja...


Sheep Wolf

Mittwoch, 16. Mai 2012

Die Kunst des Aufhörens.

Jaja... Der Blog eiert grade um dieses Thema herum. aber mit der letzten Folge des philosophischen Quartetts auf dem ZDF muss ich noch einmal darüber reden. So leid es mir tun.

Also. Zu Gast waren Theologe/Schriftsteller Martin Walser und Schriftsteller Michael Krüger. Ich bin kein großer Fan von Theologie aber Herr Walser schien ein sehr offener und lebhafter alter Herr zu sein, der ein großes Herz für gute Literatur hat. Er vertritt die gängige Meinung, ein Ende wäre ein Anfang, oder mehr noch, es gäbe nahezu kein richtiges Aufhören. Das Ende des philosophischen Quartetts auf dem ZDF ist eben nur das Ende des philosophischen Quartetts auf dem ZDF. Beende ich einen Blogeintrag, heißt das nicht das aufhöre Blogeinträge zu verfassen. Stuff like that.

Das lässt sich schon mit dem Satz "Das Leben ist ein Buch und das Ende von Etwas, der Beginn eines neuen Kapitels." vereinbaren. Das klingt schon richtig, aber beim Kapitel "Rheuma und Arthritis" sollte man sich Gedanken über ein Finale machen. Und schon sind wir bei der nächsten Knüller. "Man muss aufhören können um aufhören zu können." Manche Leute versauen sich ihr Finale, indem sie, wie unser Herr Wulff, nicht wissen, wann sie abtreten müssen. Und die letzten Kapitel sind somit verhunzt. Eine Eröffnung muss groß sein, Spannung auf mehr machen. Das trifft auf so ziemlich jede Geburt zu und jedem Amtseintritt, jede Anfangszeit eines neuen Jobs. Aber ein Finale muss kunstvoller sein, als der Mittelteil. Ein großer Knall. Drama. Emotionen!
Aber bei den hohen Ansprüchen der Menschen wird man ihnen wohl kaum gerecht.

Man muss eben erkennen wo das Ende beginnt. Denn Leben hat seine Zeit und Sterben hat seine Zeit. Ich will dem Sterben kein Alter geben, aber jeder sollte für sich selbst und für jedes seiner Projekte wissen, wann es Zeit wird, aufzuhören. Ich hab zwar meinen Anfang nie richtig hinbekommen, aber habe erkannt, dass mein Musikprojekt seit langem im Sterben liegt. Und deswegen wird die Figur DMortal auch mit den letzten Liedern begraben. Wer will kann ja klicken.

So, ich bin abgelenkt und beende nun den Beitrag. Man muss halt wissen, wann man aufhören muss.


Sheep Wolf